Canang Sari Opfergabe aus Blättern, Blumen und Räucherstäbchen auf Bali

Die Bedeutung der Opfergaben auf Bali: Ein Blick in Canang Sari

Jedes Opfer trägt ein Gebet, und jedes Gebet trägt Dankbarkeit.

Bali ist eine Insel tiefer Spiritualität, auf der tägliche Rituale den einzigartigen Rhythmus des Lebens bestimmen. Unter all den Bräuchen fallen besonders die kleinen, bunten Opfergaben auf, die man auf Gehwegen, Tempelstufen und Schreinen sieht. Diese heißen Canang Sari – die täglichen Opfergaben, die Balis enge Verbindung zum Göttlichen widerspiegeln. Aber was bedeuten sie, und warum sind sie so wichtig?

Was ist Canang Sari?

Canang Sari (ausgesprochen cha-nang sa-ri) ist ein kleines, handgeflochtenes Körbchen aus Kokos- oder Bananenblättern, gefüllt mit Blumen, Räucherstäbchen und manchmal auch Speisen oder Geld. Es ist ein Symbol der Dankbarkeit, das den Göttern und Geistern im Rahmen der balinesisch-hinduistischen Tradition dargebracht wird.

Der Name selbst hat eine besondere Bedeutung:

  • Canang bezeichnet das Körbchen oder Tablett
  • Sari bedeutet Essenz

Zusammen steht Canang Sari also für die „Essenz des Opferns“.

Die Symbolik von Canang Sari

Jedes Element in einem Canang Sari hat eine eigene Bedeutung:

🌸 Blumen – Die Anordnung der Blumen symbolisiert verschiedene hinduistische Gottheiten:

  • Weiß (Osten) – für Iswara (Gott der Reinheit)
  • Rot (Süden) – für Brahma (Gott der Schöpfung)
  • Gelb (Westen) – für Mahadeva (Gott der Bewahrung)
  • Blau oder Grün (Norden) – für Vishnu (Gott des Schutzes)

💨 Räucherstäbchen – Der aufsteigende Rauch trägt die Gebete gen Himmel und verbindet Menschen mit den Göttern.

🍚 Reis oder Snacks – Symbol für Dankbarkeit gegenüber Fülle und Nahrung.

💵 Münzen oder Geld – Manchmal enthalten, als Zeichen für Wohlstand.

Warum stellen die Balinesen täglich Opfergaben her?

Das tägliche Platzieren von Canang Sari ist ein Akt der Dankbarkeit und des Gleichgewichts. Es erfüllt drei Hauptzwecke:

  • Dankbarkeit zeigen – für Gesundheit, Wohlstand und göttliche Segnungen
  • Harmonie bewahren – Balance zwischen guten und bösen Kräften, zwischen Mensch, Natur und Geisterwelt
  • Respekt für die Geister – Opfergaben auf dem Boden sollen niedere Geister besänftigen und Störungen im Alltag verhindern

👉 Tipp: Wenn du ein Canang Sari auf dem Gehweg siehst, tritt nicht darauf! Das gilt als respektlos.

Wo findet man Canang Sari?

Sie sind überall auf Bali zu sehen:

  • In Tempeln – auf Schreinen und Statuen
  • In Häusern – in Familientempeln und an Eingängen
  • Auf den Straßen – auf Gehwegen, vor Geschäften
  • Am Arbeitsplatz – in Büros, auf Märkten und sogar auf Motorrollern

Wie kannst du an der Tradition teilnehmen?

Wenn du dieses Ritual erleben möchtest, kannst du:

  • Einen Kurs zur Herstellung von Opfergaben in Ubud oder bei einer balinesischen Familie besuchen
  • Morgengebete in einem Tempel beobachten und den Ablauf respektvoll verfolgen
  • Selbst ein Canang Sari mit Blumen, Blättern und Räucherwerk herstellen

Fazit

Canang Sari ist weit mehr als nur eine tägliche Geste – es ist ein Lebensweg auf Bali. Es spiegelt Dankbarkeit, tiefe Spiritualität und ein harmonisches Miteinander von Mensch, Natur und der unsichtbaren Welt wider. Wenn du das nächste Mal eine kleine Opfergabe auf der Straße siehst, halte kurz inne und würdige ihre Bedeutung – sie ist ein zarter, aber kraftvoller Ausdruck von Dankbarkeit, Balance und Hingabe.

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